Kollagenosen zählen zu den sogenannten „Autoimmunerkrankungen“. Dabei wendet sich vor allem das erworbene Immunsystem gegen den eigenen Körper und bekämpft einzelne Zellbestandteile, die beim Gesunden üblicherweise nicht angegriffen werden. Das Resultat können leichte bis lebensbedrohliche Schäden an verschiedenen Organsystemen sein, beispielsweise Haut, Gelenke, Lunge und Nieren.
Der Begriff Kollagenose legt fälschlicherweise nahe, dass es sich primär um eine Erkrankung des Kollagens handelt. Dies ist jedoch nicht der Fall und beruht auf einem früheren, veralteten Verständnis dieser Erkrankungen.

Welche Kollagenosen gibt es?

Die wichtigsten Vertreter der Kollagenosen sind:

  • Lupus erythematodes (LE) ist eine Autoimmunerkrankung und verläuft schubweise. Der systemische LE (SLE) kann mit Entzündungen der Haut, der Gelenke, des Nervensystems und der inneren Organe einhergehen. Den Namen erhielt die Erkrankung aufgrund der typischen Hautveränderungen im Gesicht: Rötungen und Vernarbungen sehen aus wie ein „Wolfsausschlag“ (lat. lupus: Wolf; griech. erythematodes: rot). Solche schweren Hautbeteiligungen können allerdings heute aufgrund der viel besseren Behandlungsmöglichkeiten weitaus erfolgreicher behandelt werden als früher (siehe: Wie wird Lupus Erythematodes behandelt, und was kann man selbst tun?)
  • Dermatomyositis ist eine generalisierte Erkrankung, die regelhaft die Haut und die Skelettmuskulatur befällt, manchmal auch die inneren Organe (Nieren, Lunge, Herz). Mehr dazu hier: Welche Varianten von Dermatomyositis und Polymyositis gibt es und welche Symptome treten auf?
  • Sklerodermie (systemische Sklerose) ist eine Erkrankung des Bindegewebssystems, und es kommt dadurch zu einer Vermehrung bzw. Verhärtung des Bindegewebes. Eine Heilung ist besonders schwierig, eine Früherkennung ist daher umso wichtiger (siehe: Wie wird die Sklerodermie behandelt?).
  • Rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündlich rheumatische Erkrankung. Sie verläuft schubweise, geht mit entzündlichen Schwellungen der Gelenkinnenhaut einher und sollte unbedingt so früh wie möglich behandelt werden, um Gelenkzerstörungen zu verhindern (siehe: Arthritisdoktor)
  • Das Sjögren-Syndrom ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die zu einer entzündlichen Zerstörung der Drüsen des Auges und des Mundes, aber auch von inneren Organen
    (z.B.: Bauchspeicheldrüse, Lunge) führen kann (siehe: Formen, Symptome und Diagnose des Sjögren-Syndroms)

Hier erfahren Sie, wie eine Kollagenose diagnostiziert wird.