Die wichtigste Frage ist hier, ob es sich um einen systemischen Lupus erythematodes (SLE) handelt. Die hier nach wie vor gängigsten Klassifikationskriterien sind jene des American College of Rheumatology, kurz ACR-Kriterien (früher ARA-Kriterien genannt). Hat ein Patient zumindest 4 der 11 Kriterien, dann ist die Diagnose eines SLE gesichert. Das wohl bekannteste Kriterium sind die antinukleären Antikörper (ANA).Die wichtigste Frage ist hier, ob es sich um einen systemischen Lupus erythematodes (SLE) handelt. Die hier nach wie vor gängigsten Klassifikationskriterien sind jene des American College of Rheumatology, kurz ACR-Kriterien (früher ARA-Kriterien genannt). Hat ein Patient zumindest 4 der 11 Kriterien, dann ist die Diagnose eines SLE gesichert. Das wohl bekannteste Kriterium sind die antinukleären Antikörper (ANA).

Hat der Patient auch Hautveränderungen, eröffnet sich ein zweites Thema: Sind diese Hautveränderungen ein Lupus erythematodes (LE) der Haut, und falls ja, um welche Form handelt es sich?

Es gibt drei große Gruppen:

  1. den akut kutanen LE (hierzu gehört das weitbekannte Schmetterlingserythem im Nasenbereich)
  2. den subakut kutanen LE sowiec)
  3. den chronisch kutanen LE (hierzu gehört die vernarbende Form des kutanen LE, der sogenannte chronisch diskoide LE = CDLE)

Symptome bei Lupus erythematodes 

Vermutlich müssen mehrere Faktoren zusammenspielen, damit man einen Lupus erythematodes entwickelt. Zu diesen gehört eine familiäre Häufung von Autoimmunerkrankungen (auch andere als der Lupus erythematodes). Ebenso scheinen Umweltfaktoren wie starke UV-Bestrahlung, außergewöhnliche Stressbelastungen sowie Virusinfektionen beteiligt zu sein. Und nicht zuletzt spielen auch weibliche Sexualhormone eine Rolle, da circa 90 % der Erkrankten Frauen sind.

Die ersten Symptome sind oft wenig charakteristisch. Typisch sind:

  • chronische Erschöpfung/Schwächegefühl
  • hohes Schlafbedürfnis
  • Rötungen der Haut
  • Gelenkschmerzen
  • wiederkehrendes Fieber
  • Durchblutungsstörungen der Finger
  • Organbeteiligungen (z. B. Nierenentzündung, Rippenfellentzündung oder Herzbeutelentzündung)
  • Gewichtsverlust

Ein bekanntes, aber nicht immer vorhandenes Anzeichen für die Erkrankung ist außerdem eine schmetterlingsförmige Rötung (Erythem) des Gesichts (auf beiden Wangen sowie über dem Nasenrücken), die bei Sonnenbestrahlung stärker ausgeprägt ist. Die Lymphknoten sind manchmal vergrößert. Welche Organe betroffen sind und wie stark die Symptome auftreten, ist individuell sehr unterschiedlich.

In sehr seltenen Fällen greift der SLE auf die Nerven über, dadurch kommt es zu Taubheitsgefühl, Schmerzen sowie erhöhter Empfindlichkeit und herabgesetztem Temperaturempfinden. Diese Gefühlsstörungen treten meist beidseitig an Händen und Füßen auf. Auch Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Sehstörungen, Verwirrtheit und Depressionen können auftreten.

Es braucht viel ärztliche Erfahrung, um diese richtig zu deuten und im Zusammenhang die richtigen Schlüsse zu ziehen. Speziell für praktische Ärztinnen und Ärzte ist es wichtig, eine Kollagenose als Ursache der Beschwerden in Betracht zu ziehen und gegebenenfalls erfahrene Fachärzte hinzuzuziehen.

Hier erfahren Sie, wie Lupus erythematodes (LE) behandelt werden kann.